Die Unfallversicherung: Lohnt sich ein Abschluss?

Kategorie Verkehr | Montag 27 Februar 2012 19:31

Ein schwerer Unfall dauert meist nicht länger als wenige Sekunden. Die zurückbleibenden Schäden sind dafür umso größer: Während bei einem Fahrradsturz oft lebenslange Lähmungen die Folge sind, zählen Verletzungen und Brüche an den Extremitäten bei Autounfällen zum Normalfall. Was hier zur Prävention hilft? Das Tragen eines passenden Fahrradhelms und das Anlegen des Sicherheitsgurt im Auto. In den letzten Jahren haben sich gerade in Fahrzeugen die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verbessert. Vor einigen Jahrzehnten waren selbst die Autos der Topklasse lediglich mit einem Frontairbag für Fahrer- und Beifahrer ausgestattet. Heute zählen Seiten- Armatur und Vordersitzairbags schon in kleinen Mittelklassefahrzeugen zum Standard – von diversen anderen Sicherheitssystemen ganz abgesehen.

Die Angst vor einem solchen Unfall ist gerade in Deutschland trotz allem sehr groß. Große Teile der Bevölkerung geben an, Angst vor einer Arbeitsunfähigkeit und dem damit verbundenen Lohnausfall zu haben. Statistisch gesehen werden jedoch nur zwei Prozent der Arbeitsunfähigkeiten tatsächlich durch Unfälle verursacht. Viel wahrscheinlicher ist es, aufgrund einer Krankheit invalide zu werden.

Trotz allem boomt der Versicherungsmarkt in diesem Bereich. Unfallversicherungen verkaufen sich gut, zu groß ist die Angst in der Bevölkerung vor einem solchen Lohnausfall. Macht der Abschluss einer solchen Versicherung aber auch wirklich Sinn? Was sollte beim Abschluss einer solchen Unfallversicherung beachtet werden und welche Leistungen werden überhaupt durch die Unfallversicherung abgedeckt?

Leistungsumfang der Unfallversicherung

Das größte Problem bei den Unfallversicherungen ist der Leistungsumfang. Im Falle eines tatsächlichen Unfalls werfen die Versicherer ein genaues Auge auf den Ablauf des Unfalls bzw. des Geschehens. Wird etwa eine Arbeitsunfähigkeit durch eine Krankheit verursacht, so zahlt die Unfallversicherung nicht. Denn dann, so die Definition, ruft kein von außen auf den Körper wirkendes Ereignis den Schaden hervor. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzt die Unfallversicherung also nicht.

Wie viel die Versicherung im Ernstfall zahlt

Ein weiterer Punkt, der oft von Interessenten angesprochen wird, ist der Umfang der Zahlungen seitens der Versicherung. Diese hängt natürlich ganz von dem vereinbarten Versicherungsbetrag ab. Hier gibt es jedoch verschiedene Zahlungsmodelle, wobei hier zum Beispiel von der linearen Form abzuraten ist. Ist hier ein Betrag von 100 000 Euro abgesichert, so erhält der Verunfallte bei einer zehnprozentigen Invalidität 10 000 Euro. Das ist in vielen Fällen zu wenig.

Empfehlenswerter hingegen sind die Progressionstarife. Dabei steigert sich die Versicherungssumme exponentiell und kann auch den eigentlichen Versicherungsbetrag übersteigen. Der große Vorteil: Bei kleineren Verletzungen ist die Auszahlung zwar kleiner – bei wirklich schweren Unfällen steigt sie jedoch deutlich an. Trotz des höheren Preises ist sie der linearen Form vorzuziehen. Die maximale Auszahlung kann der Versicherte dabei selbst festlegen. Sinnvoll sind in der Regel Beträge um die 300 bis 400 Prozent – auch wenn es Angebote gibt, die bis an die 1000 Prozent Marke ansteigen.

Günstig eine Unfallversicherung abschließen

Trotz allem kann eine Unfallversicherung durchaus sinnvoll sein – gerade, wenn der Versicherte in Berufen mit einer höheren Unfallgefährdung arbeitet. Hier werden dann zwar auch die Beiträge höher, im Fall der Fälle erhält der Betroffene dann allerdings auch entsprechende Leistungen. Wie bei anderen Versicherungen auch variiert der monatliche Beitrag stark. Deshalb lohnt sich das online Unfallversicherung vergleichen. Ein Blick auf die Konditionen lohnt sich trotzdem: Auch bei Unfallversicherungen stehen oft genug Einschränkungen im Kleingedruckten.

Wenn das Kleingedruckte eine Auszahlung verhindert

Manche Versicherer schließen etwa Unfälle im Ausland von der Versicherungsleistung aus. In Ländern wie Amerika kann gerade eine Unfallversicherung die Behandlungskosten enorm drücken, da die gesetzlichen Kassen zum Teil nicht alle Leistungen umschließen. Viele Versicherungen schließen eine Zahlung zudem aus, wenn Alkohol im Spiel war. Eine Verringerung der Auszahlung hat der Versicherte zu erwarten, wenn der Unfall aufgrund einer vorherigen Erkrankung oder aufgrund eines vorherigen Leidens entstanden sein.